Endodontie PLUS

Zahnerhaltung - unsere wichtigste Aufgabe!

Die Wissenschaft des letzten Jahrzehnts hat modernste Verfahren entwickelt, um Zähne zu erhalten, die noch vor einigen Jahren entfernt werden mussten. Diese endodontischen Technologien unterscheiden sich maßgeblich von herkömmlichen Wurzelkanalbehandlungen, erfordern jedoch einen erheblich höheren Zeiteinsatz.  Leitgedanke der modernen Endodontie ist die weitestgehende Beseitigung der bakteriellen Besiedelung aus dem Wurzelkanal und seinen Seitenkanälen.

Ein Wurzelkanal ist aufgebaut wie die Äste eines Baumes: vom Hauptstamm (Wurzelkanal) gehen radiär eine Vielzahl von Seitenästen ab, die nach dem Absterben des Zahnnerven allesamt einer bakeriellen Besiedelung unterliegen. Während bei der herkömmlichen Wurzelkanalbehandlung lediglich die Hauptkanäle gereinigt und verfüllt werden, ist es das Ziel der modernen Endodontie, durch kombiniert physikalisch-chemische Verfahren auch diese Seitenkanäle weitestgehend keimfrei zu bekommen. Eine wesentliche Schlüsselrolle spielt hierbei die photodynamische Therapie, ein Verfahren, das in der Lage ist, Bakterien zu 99,9% abzutöten. Hierzu wird eine stark verdünnte Farbstofflösung (Toloniumchlorid), der sog. „Photosensitizer“, mit Laserlicht einer auf diesen Farbstoff exakt abgestimmten Wellenlänge (635nm) und einer Leistung von bis zu 100 mW für einen definierten Zeitspanne bestrahlt. Hierdurch gibt der Farbstoff Energie an den im Umfeld gelösten Sauerstoff weiter, der dadurch in einen reaktionsfähiges Energieniveau gehoben wird und dadurch in der Lage ist, die Zellwände der Bakterien zu schädigen. Diese Wirkungsweise entspricht derjenigen von Penicillin, ist jedoch vollkommen antibiotikafrei.  Gleichzeitig wird durch die stark antiseptische Wirkung die Matrix des Biofilms geschädigt,  was die Nachhaltigkeit der Keimdesinfektion stark erhöht. Ein effizienteres antibiotikafreies Desinfektionsverfahren besteht derzeit für die Endodontie nicht.

Die photodynamische Therapie findet Anwendung bei der Behandlung von wurzelerkrankten Zähnen zur Ersttherapie des Wurzelkanalsystems, wird jedoch ebenfalls eingesetzt für bereits gefüllte Wurzelkanäle, die erneut erkrankt sind oder Entzündungen der Wurzelspitze aufweisen.

Endodontie PLUS - der bessere Weg zum Zahnerhalt

In einem ersten Schritt wird unter lokaler Schmerzausschaltung der Zahn geöffnet und der Zugangsweg zu den Wurzelkanälen von Karies befreit. Hierbei ist es manchmal notwendig, eine sog. Aufbaufüllung zu legen, um in einem zweiten Schritt den Kofferdam anlegen zu können. Dieser um den zahn gelegte Spanngummi verhindert den Speichelzutritt in den Wurzelkanal und schützt Sie vor allen Spüllösungen, die wir zur Desinfektion des Wurzelkanalsystems verwenden.

Der zweite Schritt besteht aus der stufenweisen Aufbereitung des Wurzelkanalsystems, welche maschinell und unter steter Kontrolle des Drehmoments der Instrumente ausgeführt wird. Hierbei finden hochwertige und maximal flexible Instrumente aus einer speziellen Nickel-Titan-Legierung Anwendung, so dass auch stark gekrümmte Wurzelkanäle bis zur Wurzelspitze aufbereitet werden können. Die Längenmessung des Wurzelkanalsystems erfolgt hierbei fortwährend bei jedem Arbeitsschritt mittels einer speziellen elektronischen Messmethodik, so dass Röntgenaufnahmen bis auf eine notwendige Kalibrieraufnahme nicht mehr notwendig sind.

Nachdem die Wurzelkanäle aufbereitet und erweitert wurden, wird eine bakterizide Spüllösungen maschinell in den Wurzelkanal eingebracht. Diese wird fortwährend in Bewegung gehalten, damit ein optimaler Reinigungs- und Desinfektionseffekt zum Abtransport der infizierten Zellbestandteile erreicht wird.

Im Anschluss hieran wird die biologisch vorhandene Schmierschicht von der Wand der Kanäle gelöst und somit die Seitenkanäle geöffnet. Nun kann die Photoaktivierte Desinfektion beginnen: Die Markerlösung wird in das Wurzelkanalsystem eingebracht und diffundiert in die Seitenkanäle. Dort wird sie – wie natürlich auch im Hauptkanal – von den Bakterien aufgenommen. Dieser Vorgang dauert ca. eine Minute. Mit dem Laser wird nun die Markerlösung je Wurzelkanal 2 Minuten aktiviert und durch die hierbei entstehende Energieanhebung innerhalb der Markerlösung entstehen Löcher in den Bakterienwänden, wie bereits eingangs beschrieben.

Den Abschluss dieser aufwändigen Wurzelkanalvorbereitung stellt eine erneute Wurzelkanalspülung dar, um hierdurch die in der Markerlösung befindlichen, abgetöteten Bakterien heraus zu spülen. Im Ergebnis erhalten wir somit ein zu 99.9% keimfreies Wurzelkanalsystem.

Nun wird das Wurzelkanalsystem mittels eines speziellen Sealers (Versiegeler) und genormter Guttaperchastifte unter warmer Obturation (Verdichtung) wanddicht gefüllt.

Damit über die Zeit keine Reinfektion aus der Mundhöhle erfolgen kann, welche bei herkömmlichen Zahnfüllungen eintreten würde, müssen die Zähne adhäsiv mittels Klebetechnik und Composit verschlossen werden. Damit eine optimale Stabilität dieser Verschlussfüllungen erreicht wird, verankern wir diese zusätzlich im Wurzelkanalsystem.

Prognose - Ausblick

Trotz aller unserer Bemühungen, Ihren Zahn bestmöglich zu erhalten, können wir den Therapieerfolg nicht garantieren. Zwar sind die Erfolgsaussichten durch die moderne Endodontie immens gestiegen, 100 Prozent werden wir jedoch in der Medizin niemals erreichen können.

Dennoch, der Erhalt Ihrer Zähne ist uns jede Mühe wert!